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Viele Wege führen ins Studium

Ein Studium zu beginnen ist heutzutage so einfach wie noch nie. Wir zeigen dir, wie's geht.

Von Merle Werkmeister

Der Weg zum Studium in Deutschland gestaltet sich vielfältig, und es gibt verschiedene Wege, um die akademische Welt zu betreten. Das Abitur bzw. die allgemeine Hochschulreife ist wohl der bekannteste Weg. Aber es gibt auch einige alternative Möglichkeiten, ein Studium aufzunehmen, selbst ohne Abitur. Wir geben dir einen Überblick.

Der klassische Weg

Das Abitur, auch als "allgemeine Hochschulreife" bekannt, ist der gängigste Weg, um eine Zulassung zu einer Hochschule zu erhalten. Dieser Abschluss wird in der gymnasialen Oberstufe einer allgemeinbildenden Schule oder im Beruflichen Gymnasium an einer berufsbildenden Schule erworben. Alternativ bietet auch ein berufsbegleitendes Abendgymnasium diese Möglichkeit. Das Berufliche Gymnasium ermöglicht die Schwerpunktsetzung in Bereichen wie Wirtschaft, Technik oder Gesundheit und Soziales. Mit dem Abitur stehen dir grundsätzlich alle Studiengänge an Hochschulen und Universitäten deutschlandweit offen.

Praxisorientiert: die Fachhochschulreife

Die Fachhochschulreife setzt sich aus einem schulischen und einem praxisbezogenen beruflichen Teil zusammen. Der schulische Teil wird nach der 11. Klasse an einer höheren Schule erworben, sei es an einem Berufskolleg, einer Fachoberschule, einer Berufsoberschule oder sogar in der Sekundarstufe II oder am Gymnasium im G9-Modell nach der 12. Klasse. Der berufsbezogene Part umfasst ein einjähriges (manchmal halbjähriges) Berufspraktikum, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Praktikum in der 11. Jahrgangsstufe der Fachoberschule. In den meisten deutschen Bundesländern berechtigt dies zur Aufnahme eines Studiums an Fachhochschulen, sofern der Notendurchschnitt dem aktuellen NC entspricht. 

Aber Achtung: Bayern und Sachsen sind hier die Ausnahmen. In diesen beiden Ländern berechtigt die über die gymnasiale Oberstufe erworbene Fachhochschulreife NICHT zum Studium an den Fachhochschulen.

Fokussiert: die fachgebundene Hochschulreife

Die fachgebundene Hochschulreife ist eine Möglichkeit, den Weg an eine Hochschule und sogar an einige Universitäten zu finden. Zum Beispiel ermöglicht dir eine fachgebundene Hochschulreife mit Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung das Studieren an Fachhochschulen in allen Fachrichtungen, jedoch an Universitäten nur in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen. Die fachgebundene Hochschulreife erhältst du nach dem Abschluss der Berufsoberschule in der entsprechenden Fachrichtung.

Du siehst also: es gibt viele Möglichkeiten, um in Deutschland das Studium zu beginnen, das zu dir passt. Das eine Studium erfordert mehr Engagement als das andere. Und falls du dich und deine Lebenssituation hier gar nicht wiederfindest: es gibt auch Möglichkeiten, ohne eine (Fach-)Hochschulreife zu studieren. Informationen dazu findest du unten unter deinem Bundesland.

Regionale Besonderheiten

Schulabschlüsse und Zugangsberechtigungen sind leider nicht bundeseinheitlich geregelt. Deshalb gibt es hier noch einmal alle Infos für dein Bundesland.

Klassisches Abitur:

  • Gymnasiale Oberstufe
  • Berufliches Gymnasium
  • Berufsbegleitendes Abendgymnasium
  • Schwerpunkte: Wirtschaft, Technik, Gesundheit und Soziales

Fachhochschulreife:

  • Schulischer und berufsbezogener Teil
  • Varianten: Berufsausbildung, Berufstätigkeit, Fachoberschulen
  • Zugang zu allen Studiengängen und Hochschulen, auch inhaltlich passende Universitätsstudiengänge

Fachgebundene Hochschulreife

  • Erworben an Berufsoberschulen und Fachoberschulen in Klassenstufe 13
  • Ermöglicht Studium bestimmter Fächer an Universitäten und aller Fächer an Fachhochschulen
  • Voraussetzung: Abschluss der Fachoberschule Klassenstufe 13 oder der Berufsoberschule, ohne ausreichende Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache

Es gibt außerdem zusätzliche Einstiegsmöglichkeiten durch abgeschlossene Berufsausbildungen. Das hängt aber von individuellen Bedingungen ab. Informationen dazu findest du bei deinem anvisierten Studiengang.

Weiterführende Infos rund um ein Studium in Bremen findest du hier.

Schulische Zugangswege:

  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur): Ermöglicht das Studium aller Fachrichtungen an allen Hochschularten.
  • Fachgebundene Hochschulreife: Nach Berufsoberschulabschluss, richtet sich nach der besuchten Fachrichtung
  • Fachhochschulreife: Abschluss an der Fachoberschule, ermöglicht Studium aller Fachhochschulstudiengänge
  • Übrigens: In Niedersachsen berechtigt die Fachhochschulreife auch zum Studium in der entsprechenden Fachrichtung an einer Universität oder einer gleichgestellten Hochschule.

Berufliche Zugangswege:

  • Hochschulzugang durch Fortbildungsabschlüsse: Meister, Techniker, Betriebswirte können alle Studiengänge studieren.
  • Fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung: Mindestens dreijährige Berufsausbildung und drei Jahre Berufserfahrung

Besondere Zugangswege:

  • Eignungsprüfungen für Sport, Sprache, Kunst sowie private Hochschulen. Vorpraktika in Technikwissenschaften und Sozialpädagogik als Zulassungsvoraussetzung.
  • Immaturen- oder Z-Prüfung für besondere Zugangswege.
  • Künstlerische Befähigung als Ausnahme für bestimmte Studiengänge
  • "Wissenschaftliche Befähigung" für nicht zulassungsbeschränkte Studiengänge

Weiterführende Infos zu einem Studium in Niedersachsen findest du hier.

Alle Infos zu einem Studium in Nordrhein-Westfalen findest du hier.

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